Sportliches

 Wie jedes Jahr fanden im März und April die Bezirksmeisterschaften des BDS (Bund Deutscher Sportschützen) statt. Der Schützenclub Mühlburg war mit 20 Schützen vertreten, die jeweils bei mehreren Disziplinen gestartet sind. Dabei konnten sie für den SC Mühlburg 17 erste, 19 zweite und 22 dritte Plätze erringen. Die Bezirksmeisterschaften werden für den Bezirk Nordbaden ausgetragen. Im Land gibt es daneben noch die Bezirke Südbaden, Württemberg und  lb-Bodensee. Die aus diesen Verbänden qualifizierten Starter können dann an der Landesmeisterschaft teilnehmen.

Wie immer fanden die Bezirksmeisterschaften auf dem Schießstand in Karlsdorf und vor allem der Schießanlage Philippsburg statt. Philippsburg ist ein ehemaliger Schießstand der Bundeswehr. Er ist mittlerweile, unter privater Führung, für  den Schießsport verfügbar. Dort gibt es verschiedenste Stände für die Disziplinen der Sportschützen und auch der Jäger. Z. B. gibt es dort eine 300 m lange Schießbahn für die sehr beliebten „300 m-Disziplinen“. Dabei kommen, je nach Wertungsklasse, verschiedene Arten von Gewehren zum Einsatz. Mit guten Zielfernrohrgewehren schaffen es die besten Schützen auf 300 m sicher einen Apfel zu treffen (wenn Sportschützen auf Äpfel schießen würden). Da hätte Wilhelm Tell gestaunt!

 

Jahreshauptversammlung

 Am 01.04.2017 fand die diesjährige Jahreshauptversammlung des SC Mühlburg statt. Unser Oberschützenmeister Volker Lechner legte seinen Bericht über das abgelaufene Jahr ab. Weiter berichteten die Sportleiter aus den verschiedenen Bereichen und es wurden langjährige Mitglieder des Vereins und des Verbandes geehrt. In der Vorstandschaft gibt es keine großen Veränderungen, außer der Wechsel des 1. Schriftführers von Siegfried Berndt auf Thomas Legler. Die Vorstandschaft dankte Siegfried Berndt für seine über 20-jährige aktive Tätigkeit als Schriftführer mit einem Gutschein für ein Wellnesswochenende. Ob es was bringt, sehen wir wenn er zurück ist…. Insgesamt war es eine informative und gute Veranstaltung, die ihren Mitgliedern genau aufgezeigt hat, wo der Verein steht und welches unsere Ziele bis zur nächsten Jahreshauptversammlung sind.

 

Sportler-Ehrung der Stadt Karlsruhe

 Am 06.04.2017 fand die Sportler-Ehrung der Stadt Karlsruhe im Südwerk Bürgerzentrum Karlsruhe statt. Rund 200 Aktive waren gekommen und nahmen auf der Bühne Urkunden und Medaillen in Empfang. "Dies ist ein großes und herzliches Dankeschön an alle Sportler und Sportlerinnen, aber auch an die vielen Ehrenamtlichen, Betreuer, Trainer und natürlich auch die Eltern für ihren tollen Einsatz", sagte Sportdezernent Lenz in seinem Grußwort.

Vom SC Mühlburg wurden folgende Schützen geehrt: Monika und Peter Utzmann, Werner und Petra Brede, Holger Berberich und Volker Lechner.

 

Osterschießen

 Das alljährliche Osterschießen fand am 17.04. statt. Es haben 22 Schützen am Schießen teilgenommen, geschossen wurde mit Vorderlader-Langwaffen auf Osterscheiben in 50 Meter und mit Luftgewehr auf 10 Meter Entfernung. Es konnte Jedermann am Schießen teilnehmen.

Es winkten attraktive Preise und für den gemütlichen Teil gab es Kaffee und sehr guten Kuchen.

 

Arbeitseinsatz

 Zum ersten Arbeitseinsatz in diesem Jahr, am 29.04.2017, kamen 48 Mitglieder des SC Mühlburg. Es wurden Restaurierungsarbeiten an Schießständen und  Einrichtungen, Reparaturen am Dach, Streichen von Türen, Grünarbeiten rund um das Gelände getätigt und vor allen Dingen wurde putztechnisch der Winter ausgetrieben. Es ist immer auch anstrengend, aber es ist einfach schön wenn wieder alles rundherum gut und gepflegt aussieht. Das Wetter hat dabei voll mitgespielt und so hat es auch richtig Spaß gemacht, fröhlich den verschiedenen Arbeiten nachzugehen. Die Arbeitseinsätze dienen nicht nur zum klar Schiff machen, sondern auch der Kameradschaft und dem Zusammenhalt.

 

Mein erstes Turnier als Mitglied des Schützenclub Mühlburg

Bericht von unserem Schützen Thomas Legler Teil 2

 

 Wer sich noch an den letzten Bericht des SC Mühlburg im Mühlburger Leben erinnert, wartet nun sicher auf die Fortsetzung der Erlebnisse unseres Schützen Thomas Legler bei seinem ersten Turnier.

Was bisher geschah: Auf die Aufforderung hin, doch mal an einem Wettkampf teilzunehmen, winkte Thomas dankend ab, da er meinte noch nicht weit genug zu sein. Mit dem Hinweis es sich einfach mal anzugucken und gemeinsam einen Kaffee zu trinken begab er sich zum Austragungsort. Dort nahm er alle neuen Eindrücke auf und wurde dann aber auf den Schießtisch komplimentiert, da es grade ruhig war…

 

Nachdem ich mich, auf dem Bauch liegend, auf dem Tisch eingerichtet hatte – von Wohlfühlen konnte keine Rede sein – bekam ich das Gewehr. Spätestens jetzt konnte ich mich nicht mehr entscheiden, ob mir heiß oder kalt war. Erinnerungen an einen kleinen Jungen mit einer viel zu großen Schultüte in der Hand huschten mir durch den Kopf.

„Jetzt musst du etwas machen“, dachte ich mir, bevor noch alle merken, dass mir vor Aufregung das Herz bis zum Hals schlägt. Ich nahm das Gewehr in die Hand und versuchte mich an die vielen Ratschläge, Empfehlungen und Regeln zu erinnern. „Jetzt guggsch mol, ob alles passt“. Nein – es passte nichts – es zwickte überall und ich musste außerdem eigentlich noch „irgendwohin“ Der Fluchtreflex meldete sich. Vor Aufregung kontrollierte ich noch einmal, auf welcher Bahn ich mich niedergelassen hatte. Bahn- und Scheibennummer sollte übereinstimmen, ansonsten liefe ich Gefahr, meinem Nachbarn ein paar zusätzliche Löcher auf seiner Scheibe zu hinterlassen (so große Motten gibt es hier nicht). Das wäre ein verheerender Einstand.

Ich hatte also meine Scheibe gefunden und nickte schließlich meinem Betreuer zu: „Es kann los gehen“. Sein Schulterklopfen empfand ich tatsächlich als große Hilfe und ich begann mich zu konzentrieren. Ich erhielt die erste Patrone, legte sie ein und machte den Verschluss zu, wie ich es gelernt hatte. Jetzt gab es kein zurück. Den Schaft fest in die Schulter gezogen – ich wollte nicht mit einer, in allen Regenbogenfarben leuchtenden Schulter nach Hause – drückte ich ab. Puh – der erste Schuss ist draußen. Ob er wohl den Weg auf die Scheibe gefunden hat, vielleicht sogar in die viel zu kleine, schwarz gefärbte Fläche in der Mitte?

Ich richtete mich etwas auf und entnahm die leere Hülse. Offenkundig wurden meine Aktionen nach wie vor aufmerksam beobachtet, denn die zweite Patrone wurde mir bereits entgegengehalten. „… aber lass dir Zeit“ wurde mir zugerufen. Offensichtlich erkannte man, dass ich eher früher als später zum Ende kommen wollte.

Nach dem siebten oder achten Schuss merkte ich, dass es tatsächlich sehr anstrengend ist, Konzentration und Haltung aufrecht zu erhalten – es ist also doch ein Sport! Mein Betreuer merkte das wohl und klopfte mir erneut auf die Schulter, was mir half, neue Energien zu mobilisieren.

Im Hintergrund vernahm ich zwischenzeitlich ein paar Bemerkungen und mehrstimmiges Lachen als Reaktion. Verstanden habe ich nichts aber ich musste annehmen, dass man sich vermutlich über die zahlreichen schwarzen Punkte am äußeren Rand meiner großen weißen Scheibe auslies. Da muss ich als „Frischling“ wohl durch, dachte ich und erledigte meine Aufgabe. Nach dem zehnten Schuss legte ich das Gewehr ab und setzte mich erst einmal auf dem Tisch auf. Mehr wagte ich nicht, da ich meinen wackeligen Knien misstraute.

Irgendjemand hatte den Taster betätigt, um meine Scheibe heran zu holen. Mein Herz machte Sprünge, als ich sah, dass nur ein oder zwei Schüsse nicht im Schwarzen angekommen waren. Rücken und Knie meldeten Betriebsbereitschaft und ich konnte sicher aufstehen.

Als ich die ersten anerkennenden Blicke erhielt und das Ergebnis genannt wurde, stellte sich bei mir große Freude ein. „84 Ringe – und das für das erste Mal“ konnte ich vernehmen. Ich konnte mich kaum beherrschen, nicht laut jubelnd durch den Schießstand zu toben, und mich dadurch am Ende bei den anderen doch noch als „Anfänger“ zu erkennen zu geben. Ich hatte mein erstes Turnier geschossen! Der New York Tourist senkt sein Haupt und interessiert sich für die Menschen.

Und so ist es bis heute. Die Menschen in den Vereinen werden zu Freunden und die Betreuer zu Kollegen und es macht viel Freude, sich miteinander auszutauschen, zu lernen und sich einzubringen. Es kommt viel zurück und ab und zu stellt sich auch wieder ein Erfolg ein.

Es ist mein Sport unter Freunden.